29. Juni 2017

Am biblischen Leitbild von Ehe und Familie festhalten

Erklärung der ChristusBewegung Lebendige Gemeinde

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen wir die aktuelle Debatte in Kirche und Gesellschaft um die „Ehe für alle“ sowie die äußerst kurzfristig geplante namentliche Abstimmung im Deutschen Bundestag. Wir sind dankbar für die Arbeit der hauptamtlichen Politikerinnen und Politiker und begleiten diese Arbeit im Gebet.  

Als ChristusBewegung Lebendige Gemeinde halten wir daran fest: Das biblische Leitbild der lebenslangen Ehe zwischen Mann und Frau bleibt unübertroffen. Wo die Ehe von gegenseitiger Liebe und Vertrauen geprägt ist, bietet sie einen hervorragenden Schutzraum für die Entfaltung von Sexualität sowie für die mögliche Weitergabe des Lebens an eine nächste Generation. Die geplante Ausweitung des Ehe-Begriffs auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften halten wir für sachlich unangemessen und lehnen sie deshalb entschieden ab. Die Ehe ist – nicht nur aus christlicher Überzeugung – die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Frau und Mann als prinzipiell lebenslange Verbindung mit der grundsätzlichen Offenheit für die Weitergabe von Leben. Wir sind der Auffassung, dass der Staat auch weiterhin die Ehe in dieser Form schützen und fördern muss. Wir sehen es mit großer Sorge, wenn die christliche Auffassung von Ehe und das staatliche Konzept weiter auseinandergehen. 

Wir appellieren an die Mitglieder des Deutschen Bundestags: Die Institution der Ehe ist zu kostbar - sie darf nicht kurzfristig und überhastet zum Spielball koalitionstaktischer Überlegungen gemacht werden. Nicht zuletzt im Blick auf das Adoptionsrecht bleiben schwerwiegende grundsätzliche Bedenken, die durch punktuelle positive Erfahrungen nicht übergangen werden sollten.  Wir selbst halten fest am ursprünglichen jüdisch-christlichen Verständnis des Menschen, gerade auch im Blick auf die Ehe (Genesis 1-2) und vertrauen darauf, was Jesus Christus selbst seiner Gemeinde im Blick auf Ehe und Ehelosigkeit geboten und verheißen hat (Matthäus 19,1-11). 

Unabhängig vom Ergebnis gesellschaftspolitischer Mehrheitsverhältnisse sind wir in unserem Gewissen an dieses Menschenbild gebunden und werden uns dafür auch weiterhin in Kirche und Gesellschaft einsetzen. 

Korntal, 29. Juni 2017

Dekan Ralf Albrecht, Nagold
Andrea Bleher, Untermünkheim
Steffen Kern, Walddorfhäslach
Dieter Schenk, Wolfschlugen
Ernst Günter Wenzler, Stuttgart