„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht.“
Mk 13,31 BasisBibel.de

27. Oktober 2017

Trauung für alle? Eine Stellungnahme zu häufigen Fragen

Sonder-Ausgabe Theologische Orientierung

Dr. Clemens Hägele, Dekan Ralf Albrecht und Steffen Kern haben als Sonderausgabe der Zeitschrift "Theologische Orientierung" einen Text herausgegeben, der Stellung nimmt zu den häufigsten Fragen, weshalb in Württemberg viele die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ablehnen. Dr. Clemens Hägele, der Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen schreibt dazu: 

"Die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg steht vor einer schwerwiegenden Entscheidung: Sollen in Zukunft öffentliche Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare kirchenrechtlich möglich sein? Segnungsgottesdienste, die einem bisherigen Traugottesdienst ähneln, ihm vielleicht sogar gleichgestellt sind? Der Streit um diese Frage hat an Heftigkeit zugenommen und das aus mehreren Gründen:

1.  Der Streit wühlt auf, weil er auch vor dem Hintergrund einer Schuldgeschichte von Kirche und Gesellschaft geführt wird. Der Umgang mit Homosexuellen war und ist auch von Befangenheiten, Vorurteilen und Diskriminierungen geprägt, die nicht zu rechtfertigen sind.

2.  Der Streit wühlt auf, weil er in einem gesellschaftlichen Klima stattfindet, in dem die Ablehnung von Homosexualität innerhalb der Gemeinde als unzulässige Einmischung und als Missachtung individueller Freiheit angesehen wird.

3.  Der Streit wühlt auf, weil er an Grundüberzeugungen rührt, also an Stellen unseres Inneren, an denen wir besonders verletzlich sind. Dies betrifft sowohl unser Verständnis von Sexualität als auch unser Verständnis von der Bibel, in diesem Falle von der Art und Weise, wie mit den einschlägigen Schriftstellen zur Homosexualität und zur Ehe umgegangen wird. Die einen sehen hier ihr Gewissen gebunden, die anderen sehen gerade auf der Grundlage ihres Glaubens diese Stellen als für uns nicht mehr verpflichtend an bzw. interpretieren sie anders.

Der vorliegende Text will zweierlei. Er will zum einen zur Versachlichung des Gesprächs beitragen. Er will die wichtigsten Anfragen an die Gegner einer „Trauung für alle“ aufnehmen und beantworten. Anfragen, die der Autor aus vielen Gesprächen kennt. Ein Austausch von Argumenten tut der Sache gut und steht auch unserer Kirche und unseren Gemeinden gut zu Gesicht.

Zum anderen will der Text zeigen, warum eine „Trauung für alle“ für die Kirche kein gangbarer Weg ist. Damit spricht er für zahlreiche Christinnen und Christen unserer Kirche; viele davon, längst nicht alle, stammen aus dem württembergischen Pietismus.  Unsere Hoffnung und unser Gebet gilt der Einheit unserer Kirche."

Der Text steht online zum Download zur Verfügung und kann auch kostengünstig über unsere Geschäftsstelle bezogen werden: