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„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ |

Gottesdienste sind immer neu im Kommen. Dies zeigt ja letztlich auch das von unserer Landeskirche angeregte „Jahr des Gottesdienstes“, das wir seit dem 1. Advent 2011 bis zum letzten Sonntag im Kirchenjahr 2012 begehen und das uns viele Möglichkeiten eröffnet, Gottesdienste noch einmal neu in den Mittelpunkt zu stellen. Gottesdienste sind in der Wahrnehmung der Gemeindegremien und vieler Außenstehender unverrückbar die wichtigsten Veranstaltungen der Gemeinden. Sie sind Pulsschlag unseres geistlichen Lebens vor Ort. Und sie sind die Visitenkarte dessen, was Leute von unseren Gemeinden wahrnehmen. Zeige mir Deine Gottesdienste, und ich sage Dir, was für eine Gemeinde Du bist.
Jede neue Bewegung in der Geschichte der Christenheit war und ist eine Gottesdienstbewegung. Nachdem sich die ersten Christen unter der Umkehrpredigt des Petrus zum Glauben an Jesus Christus hin wandten, fingen sie an Gottesdienste zu feiern. In den Gottesdiensten zeigt sich geistliches Leben und durch unsere Gottesdienste kommen entscheidende neue geistliche Impulse. Das ist keine ganz neue Entwicklung. Als Martin Luther von der Wartburg aus hört, wie es in Wittenberg steht, und dass das Chaos rund um die Bilderstürmer auszubrechen droht, da geht er und riskiert und macht was? Er hält einen Gottesdienst nach dem anderen. Jeden Abend. Gemeindeleitung, geistliche Erneuerung, Korrektur, Aufbruch, all das geschieht durch Gottesdienste.
Und heute? Wir stehen mitten in einer Gottesdienst-Renaissance. Wo noch vor Jahren der Gottesdienst als Institution bei manchen Kirchendistanzierten im Verdacht stand, althergebracht zu sein, hat sich inzwischen eine Reformbewegung landesweit etabliert. Der Gottesdienst wurde ganz neu entdeckt, um Kirchenferne, Suchende und Randsiedler anzusprechen, einzuladen und zu beteiligen.
Dafür wurde manche neue Gottesdienstform entwickelt, die zunächst von Basisbewegungen aus in zusätzlichen Gottesdiensten (sogenanntes „zweites Programm“) ihren Raum fand. Zielgruppenorientiert suchten und suchen diese Gottesdienste möglichst viele ins Gottesdienstgeschehen einzubeziehen. Diese neuen Formen begeistern. Sie bringen viele dazu, sich zu engagieren und noch mehr, andere motiviert zum Gottesdienst einzuladen.
Jetzt in einer zweiten Stufe wird diese Form des Gottesdienstes längst da und dort in zeitlichen Abständen zur einzigen Gottesdienstform am Sonntag. Gottesdienst in besonderer Gestalt wird somit zum Hauptgottesdienst eines Sonntags. Damit wird der Entwicklung entgegen gesteuert, dass die verschiedenen Zielgruppengottesdienste eine Auffaltung in verschiedene Gottesdienstgemeinden zunächst vermeiden wollten, dann als unvermeidbar zwar steuern wollten, aber doch nie spannungsfrei erreichen konnten. Was als Nebeneinander gedacht ist, wird nicht selten als Gegeneinander erlebt. Durch die Integration des „zweiten Programms“ in den Hauptgottesdienst wird das Ineinander verschiedener Formen institutionalisiert und dass Miteinander verschiedener Stile gefördert. Letztlich dienen diese Gottesdienste in besonderer Gestalt somit der Einheit der Gemeinde. Sie feiern den dreieinigen Gott, der vielfältige Gaben gibt.
Der Gottesdienst lebt von einigen wenigen Grundsätzen, die ihn wiederholt feierbar und lebendig zugleich machen:
Wir möchten Ihnen Mut machen, im Größeren, aber auch gerne im ganz Kleinen das Versprechen für unsere Gottesdienste ernst zu nehmen und der Zusage unseres Gottes in Jesus Christus zu vertrauen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20). Denn wo ER ist, da wächst Neues. Auch bei und in unseren Gottesdiensten.
Es grüßt Sie ganz herzlich und dankt für alles Interesse und alle Verbundenheit,
Ihr Ralf Albrecht, Dekan