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Glaube am Montag

Christus-Bewegung "Lebendige Gemeinde" will Zeichen setzen mit bundesweitem Christustag 2014

Ralf Albrecht

 Korntal. Die Christus-Bewegung "Lebendige Gemeinde" will Zeichen setzen. Deshalb engagiert sich das evangelische Netzwerk in der württembergischen Landeskirche unter anderem sehr stark bei ProChrist 2013 und plant mit anderen Partnern, an Fronleichnam 2014 einen zentraler Christustag in Stuttgart in der Mercedes-Benz-Arena veranstalten. Das erklärte der Vorsitzende, Dekan Ralf Albrecht (Nagold), bei der Jahrestagung der Bewegung am Samstag in Korntal.

Hanspeter Wolfsberger

Pfarrer Hanspeter Wolfsberger aus Betberg / Seefelden ermutigte die rund 400 Besucherinnen und Besucher bei seiner Bibelarbeit, "nicht nur vieles aus der Bibel zu wissen, sondern vor allem von innen zu verkosten." Ihm selber helfe es, den Tag mit festen Gebetszeiten zu gliedern, Psalmen auswendig zu lernen und sich immer wieder die Nähe Gottes bewusst zu machen.

Andrea Bleher aus Untermünkheim, Leitungsmitglied der Synodalgruppe "Lebendige Gemeinde", berichtete, wie sie als siebenfache Mutter ihren Glauben im Alltag lebt. Dabei sei ihr wichtig, zu beten, in der Bibel zu lesen, am regelmäßigen Gottesdienstbesuch als Ruhe von der Arbeit festzuhalten und sich mit anderen über ihren Glauben auszutauschen. In den vielen alltäglichen Aufgaben sei ihr auch ein Grundsatz ihrer Großmutter immer wichtiger geworden: „Was lebt, hat Vorrang.“

Praktische Impulse für den Glauben im Alltag

In verschiedenen Arbeitsgruppen zu Themen wie "Stille Zeit? Bibellese und Gebet im Alltag", "Wenn Glaube im Gemeinde-Alltag auf die Probe gestellt wird", "Glaube im dritten Lebensabschnitt leben und gestalten" und "Als Gemeinde niederschwellig Hilfe anbieten" wurden Tipps weitergegeben, wie der Glaube im Alltag praktisch gelebt werden kann.

Ernst Günter Wenzler (Stuttgart-Bad Cannstatt), Inspektor des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes, verwies darauf, dass es unterschiedliche Zugänge zu Gott gebe und man aus der Stillen Zeit kein Gesetz machen dürfe, sondern sie als Angebot verstehen müsse. "Stille Zeit ist eine Veranstaltung des Willens. Sie ist nicht so sehr Gebot, sondern Angebot", zitierte er dabei den Theologen Kurt Scherer.

Christel Hausding (Langenau-Göttingen), Präsidentin der württembergischen Landessynode, ermutigte, Zeitnischen wie das Warten an der Bushaltestelle oder beim Arzt zum Gespräch mit Gott zu nutzen.

Christliche Hoffnung gegen Katastrophenängste

Ralf Albrecht kritisierte in seinem Bericht, dass "wir heute regelrecht in verschiedenen Katastrophenängsten baden" würden. Dem wolle die Christus-Bewegung "Lebendige Gemeinde" die christliche Hoffnung entgegensetzen. Angesichts des demografischen Wandels wolle man zudem die missionarische Seniorenarbeit stärken. Der Erosion der geistlichen und ethischen Substanz gelte es entschieden entgegenzutreten, denn "wo Jesus nicht mehr der Herr ist, wird jemand anderes seinen Platz einnehmen." Dieser Platz bleibe nie unbesetzt.

Laut Ralf Albrecht habe die Christus-Bewegung "Lebendige Gemeinde" Vertrauen in eine "konversionsfreundliche Kirche": "Wir glauben, dass sich auch heute noch Menschen bekehren können." Deshalb engagiere man sich unter anderem bei ProChrist 2013. Für diese Veranstaltung, die vom 3. bis 10. März kommenden Jahres aus der Stuttgarter Porsche-Arena übertragen werde, suche man unter anderem noch 2.500 Beterinnen und Beter. Erstmals gibt es eine Online-Vorkampagne vom Dezember 2012 bis März 2013, die unter dem Titel „Mein Wunsch an Gott“ die Besucher von Internet-Plattformen wie GMX, web.de und anderen einlädt, für sich beten zu lassen.

Generationenwechsel auf vielen Ebenen

Nach Angaben von Pfarrer Rainer Holweger (Herrenberg), Geschäftsführer der Christus-Bewegung "Lebendige Gemeinde", war das vergangene Jahr mit vielen Umbrüchen verbunden – sowohl inhaltlich als auch personell. Es finde derzeit auf vielen Ebenen ein Generationenwechsel statt. In der Öffentlichkeitsarbeit habe man sich neu aufgestellt. Durch den neuen Namen "Christus-Bewegung Lebendige Gemeinde" würde auch die Verzahnung mit der Synoldalgruppe nach außen hin transparenter. Ein Schwerpunkt der kommenden Zeit liege in der geistlichen Arbeit vor Ort in den Bezirken der Lebendigen Gemeinde. Er ermutigte dazu, weniger eigene Veranstaltungen anzubieten, sondern in den Bezirken verstärkt die Kooperationen zu suchen zwischen Kirchengemeinden, Gemeinschaften und freien Werken.

Pfarrer Steffen Kern (Walddorfhäslach), Vorsitzender des Gemeinschaftsverbandes "Die Apis" und Sprecher der Synodalgruppe „Lebendige Gemeinde“, rief die Besucherinnen und Besucher der Jahrestagung dazu auf, sich nicht nur über die Kirche zu beklagen, sondern auch positive Entwicklungen wahrzunehmen. So habe die württembergische Landeskirche 2012 bewusst zum "Jahr des Gottesdienstes" erklärt, um den Gottesdienst als theologische Mitte der Gemeinde zu unterstreichen und neue Impulse zu vermitteln. Er rief die Landeskirche dazu auf, sich wieder mehr mit Visionen als mit Strukturfragen zu beschäftigen.

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